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Vorurteile und Antisemitismus

Bilder im Kopf

Diese einführende Methode setzt mit einer Rätselgeschichte einen ersten Impuls und bietet im Verlauf weitere Ansatzpunkte, um sich tiefergehend mit Gruppenkonstruktionen und der Struktur von Vorurteilen auseinanderzusetzen. Auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend beschäftigen sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Erscheinungsformen von Antisemitismus und reflektieren dessen Auswirkungen auf den Lebensalltag der Betroffenen.

Allgemeine Informationen

Konzeptioneller Zugang

Antisemitismus ist eine Ideologie, die sich in unterschiedlichen Formen artikuliert und die Funktion einer Welterklärung annehmen kann. Als soziale Praxis zielt Antisemitismus auf Ausgrenzung und Verfolgung bis hin zu Mord ab. Auch wenn Antisemitismus damit mehr als ein bloßes Vorurteil ist, erscheint es dennoch sinnvoll mit jungen Zielgruppen auch auf der allgemeinen Ebene von Gruppenkonstruktion, Zuschreibung, Abwertung und Diskriminierung anzusetzen und dabei strukturelle Gemeinsamkeiten von verschiedenen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufzuzeigen. Dies schafft die Basis für ein grundlegendes Verständnis von Antisemitismus und öffnet den Raum für weiterführende Auseinandersetzungen. In Bezug auf das spezifische Thema Antisemitismus beleuchten wir zudem wichtige ideologische Erscheinungsformen sowie die Auswirkung von Diskriminierung und Übergriffen auf die Lebensrealität jüdischer Menschen.

Lernziele

Die TN sind dafür sensibilisiert, dass unsere Wahrnehmungen häufig von unbewussten und vorgefassten Bildern geprägt sind. Sie verstehen den Zusammenhang von Gruppenkonstruktionen und Zuschreibungen. Sie wissen, dass so entstehende Vorurteile negative Auswirkungen auf Betroffene haben. Sie kennen Beispiele antisemitischer Diskriminierungen und reflektieren deren Folgen für den Alltag jüdischer Menschen.

Material

Material-Download, Beamer / Smartboard, Papier, Schreibstifte und Filzmarker

Zeit

80 Min (15 Min / 15 Min / 20 Min / 30 Min)

 

Schritt 1: Rätselübung

Übung (10 Min)

Die TN sitzen in einem Stuhlkreis. Die Teamenden lesen nun die folgende Rätselgeschichte über einen Kriminalfall vor (siehe Material). Im Anschluss daran sollen die TN erraten, woran die ermittelnden Kommissare erkennen, welche der beiden verdächtigten Personen der Täter ist.

 

Der Banküberfall

Bei der Polizei geht ein Notruf ein – ein bewaffneter Mann hat die Bank überfallen. Als die ersten Streifenwagen eintreffen, ist der Täter bereits mit der Beute geflüchtet. Die Polizeikommissare Mirko Bislinger und Cem Alper übernehmen die Befragung der Personen, die Angaben zum Überfall machen können. Eine Bankkundin gibt zu Protokoll, dass ihr das T-Shirt des bewaffneten Mannes aufgefallen ist:  Sie glaubt, darauf ein kleines Feuerwehrlogo erkannt zu haben. Befragt wird auch ein Maler, der während des Überfalls in der Nähe des Tatorts gearbeitet hatte. Dieser erklärt, dass ein aus dem Bankgebäude stürmender, maskierter Mann einen Farbeimer umgestoßen habe. Dabei sei die Hose des Flüchtigen mit Farbe bespritzt worden. Zudem – so sagt der Maler weiter aus – habe er auf der dunklen Hose des Mannes helle Reflektor- Streifen erkannt. Die beiden Polizisten entscheiden sich dazu, der örtlichen Feuerwehr einen Besuch abzustatten.

Ihre Vermutung: Beim Täter handelt es sich um einen Feuerwehrmann. Bei einer Durchsuchung der Umkleideräume der Angestellten werden in zwei Spinden Feuerwehrhosen mit Farbflecken gefunden. Die Kommissare lassen sich die beiden Feuerwehrleute zeigen, denen die Spinde gehören. Sofort sind sie sich sicher, dass nur eine der beiden Personen überhaupt als Täter infrage kommt.

 

Nach dem Vorlesen der Kriminalgeschichte erhalten die TN zunächst einige Minuten Zeit, um sich individuell zu überlegen, welches Indiz den Täter überführt haben könnte. Ihre ersten Überlegungen, Ideen oder Fragen dazu notieren sie mit einem Schreibstift auf Papier.

 

Frage

• Woher wissen die beiden Polizisten, welche der beiden Personen als Täter infrage kommt?

 

Danach beginnt eine offene Raterunde, in der die TN den Teamenden Fragen zum Rätsel stellen. Jede Frage muss so formuliert sein, dass sie mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. Das Ratespiel wird solange fortgesetzt, bis die Gruppe die richtige Antwort errät oder die Teamenden das Rätsel auflösen.

Lösung: Die Zeug*innen sprechen übereinstimmend von einem männlichen Täter. Da es sich bei den zwei hauptverdächtigen Feuerwehrleuten um einen Mann und eine Frau handelt, kann der Täter überführt werden.

 

Auswertung (5 Min)

In einem Auswertungsgespräch werden der Kriminalfall und seine Indizienkette noch einmal kurz zusammengefasst. Sodann diskutieren die TN gemeinsam, warum es ihnen eventuell schwergefallen ist, auf die richtige Lösung zu kommen.

Im gemeinsamen Gespräch ist herauszustellen, dass viele Menschen, wenn von „Feuerwehrleuten“ die Rede ist, automatisch an Männer denken. Dabei fällt unter den Tisch, dass bei den Feuerwehren in Deutschland auch Zehntausende von Frauen tätig sind. Wenn aber die mögliche Existenz einer Feuerwehrfrau gar nicht erst ins Auge gefasst wird, dann ist auch das Rätsel nur schwer zu lösen.

Das Beispiel zeigt auf, dass pauschale Verallgemeinerungen sowie bestimmte Bilder und Klischees in unserer Sprache und in unserem Denken tief verankert sind. Allzu oft lassen wir uns von vorgefertigten Annahmen leiten, die sich unreflektiert in unserer Vorstellungswelt festgesetzt haben. Dies gilt für scheinbar harmlose Klischees ebenso wie für handfeste Vorurteile.

Die Teamenden sollten verdeutlichen: Auch wer Vorurteile ablehnt und vorurteilsbehaftetem Denken kritisch gegenübersteht, ist deshalb nicht frei davon. Wer sich aber klarmacht, dass Vorurteile auch das eigene Denken prägen, kann sich selbst kritisch hinterfragen und vielfach vermeiden, dass Vorurteile handlungsleitend werden.

 

Hinweis: Insbesondere dann, wenn die Gruppe das Rätsel besonders schnell lösen kann, fragen die Teamenden noch einmal nach den anfänglich notierten Ideen der TN. Selbst, wenn einzelne TN bereits frühzeitig auf der richtigen Spur gewesen sein sollten, so wird dies kaum für die große Mehrheit der Gruppe gelten. Gegebenenfalls hilft hier auch der Hinweis, dass nur wenige Gruppen so schnell zu einer Lösungsfindung kommen.

 

Schritt 2: Impuls mit Gruppendiskussion

Übung (15 Min)

Die TN sitzen im Stuhlkreis mit freiem Sichtfeld vor einer (Lein-)Wand oder einem Smartboard, worauf nacheinander verschiedene Bilder mit Aussagen projiziert werden (siehe Material). Merke: Einige dieser Bilder bestehen aus einer Abfolge von mehreren Folien, sodass sie sich durch mehrmaliges Weiterklicken erst allmählich vervollständigen.

 

Erstes Bild

Das erste Bild (Folien 1–5) beinhaltet fiktive, provokatorisch formulierte Aussagen, die ein Konglomerat von unterschiedlichen Vorurteilen über „Jugendliche mit den Geburtsjahren 2000 bis 2020“ darstellen. Dabei sind die Eigenschaften, die dieser Personengruppe zugeschrieben werden, an Vorurteile angelehnt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sozialdarwinistischen, sexistischen, homophoben oder anderen Zusammenhängen geäußert werden.

 

Aussagen

  • „Jugendliche mit den Geburtsjahren 2000 bis 2020 sind mathematisch völlig unbegabt und auch sonst nicht besonders intelligent.“
  • „Sie haben eine angeborene Neigung zu Kriminalität und weigern sich, etwas zu lernen.“
  • „Sie sind einfach irgendwie anders als wir und haben etwas Unnatürliches und Abstoßendes an sich.“
  • „Sie werden auch als Erwachsene nur auf der faulen Haut liegen und die Gemeinschaft ausnutzen.“
  • „Wir können unsere Hoffnung nur in die älteren Generationen setzen und in die Kinder, die in Zukunft geboren werden.“

 

Durch schrittweises Aufblättern der ersten fünf Folien wird Aussage für Aussage offengelegt. Bei jeder neuen Aussage bitten die Teamenden eine Person aus der Gruppe der TN, sie für alle laut vorzulesen. Ist das erste Bild vollständig zu sehen (Folie 5), wird die gesamte Gruppe um erste Reaktionen gebeten. Zu erwarten sind hier vor allem empörte Wortmeldungen und Beiträge, die die Unwahrheit und Absurdität derartiger Aussagen betonen.

Nachdem die TN erste spontane Reaktionen geäußert haben, können die Teamenden mit Fragen lenkend in das Gespräch eingreifen. Gemeinsam mit den TN arbeiten sie anhand der fiktiven Beispielaussagen die Struktur vorurteilsbehafteter Behauptungen heraus. Dabei ist zu verdeutlichen, dass derartige Aussagen Individuen auf ihre Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen reduzieren, denen bestimmte (meist negative) Eigenschaften fest zugeordnet werden.

 

Fragen

  • Was sagt ihr dazu? Was denkt ihr, wenn ihr so etwas lest?
  • Was wird mit solchen Aussagen eigentlich ausgedrückt, was haben sie gemein?

 

Zweites Bild

Für die Fortführung des gemeinsamen Gesprächs zeigen die Teamenden das zweite Bild (Folien 6 und 7), welches das entworfene Szenario erweitert. Wurden die Aussagen im ersten Bild noch von einer einzelnen Person getätigt, so erscheint im zweiten Bild nun eine größer werdende Gruppe von Personen.

Die TN diskutieren jetzt, welche Auswirkungen eine massive Verbreitung extremer Vorurteile gegen Mitglieder ihrer Generation auf ihr eigenes Leben haben könnte. Unter den möglichen Folgen sollten auch Aspekte wie offene Anfeindungen und Diskriminierungen (z. B. bei der Arbeits- oder Wohnungssuche) genannt werden.

 

Frage

  • Was hätte es für Auswirkungen auf euer Leben, wenn große Teile der Gesellschaft tatsächlich so über euch denken würden?

 

Drittes Bild

Abschließend legen die Teamenden dar, dass es viele Menschen gibt, die tatsächlich in einer solchen Situation leben. Mithilfe des dritten Bildes (Folie 8) zeigen sie Beispiele für gesellschaftliche Gruppen auf, die von weitverbreiteten Vorurteilen betroffen sind.

An dieser Stelle sollte auch darauf eingegangen werden, dass zwischen weitverbreiteten Vorurteilsstrukturen gegen soziale Gruppen einerseits und Vorurteilen auf individueller Ebene andererseits zu differenzieren ist. Denn: Es ist eine Sache, wenn es ein paar Leute gibt, die sagen, dass Einzelkinder verwöhnt sind oder die ältere Dame von nebenan findet, dass die „Jugend von heute“ verzogen ist. Es ist eine andere Sache, wenn man immer wieder und in allen möglichen Lebensbereichen von massiven Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen ist.

 

Hinweis: Nach Betrachtung des ersten Bildes (Folie 5) werden die TN zu spontanen Reaktionen aufgefordert. Sollten sich dabei Wortbeiträge zu real existierenden Vorurteilen gegen Jugendliche häufen, so können die Teamenden verdeutlichen, dass es diese zwar gibt, sie aber fast nie solche extremen Ausmaße annehmen wie in den fiktiven Aussagen. Die Diskussion sollte sich auf die vorliegenden Aussagen konzentrieren, mit denen beispielhaft ein aggressives Vorurteilsgebilde nachgezeichnet wird. Wichtig ist nicht nur, dass die Zuschreibungen gegenüber Personen „mit den Geburtsjahren 2000 bis 2020“ eine ungerechtfertigte Pauschalisierung darstellen, sondern auch, dass die Zugehörigkeit zur genannten Gruppe hier anhand eines unveränderlichen (!) Merkmals definiert wird.

 

Schritt 3: Gallery Walk

Übung (10 Min)

Die Teamenden hängen im Raum verteilt Aussagekarten (siehe Material) auf und erklären, dass sich diese auf gesellschaftlich verbreitete Vorurteile beziehen (und nicht auf individuelle).

Die TN bewegen sich nun – die Aussagen lesend – frei im Raum und entscheiden, ob sie die jeweilige Aussage für richtig oder unzutreffend halten. Dabei wird „richtig“ von den einzelnen TN mit einem Filzmarker durch ein gut sichtbares Häkchen auf der Aussagekarte markiert. Halten die TN die Aussage für unzutreffend, wird keine Markierung vorgenommen.

 

Aussagen

  • „Vorurteile richten sich oft gegen Minderheiten, die wenig Einfluss und Macht haben.“
  • „Menschen, die Vorurteile haben, lassen sich sehr leicht davon überzeugen, dass ihre Vorurteile falsch sind.“
  • „Menschen, die Vorurteile haben, haben oft gar keine persönlichen Erfahrungen mit der Gruppe von Menschen gemacht, gegen die sich ihre Vorurteile richten.“
  • „Vorurteile hat man vielleicht im Kopf, aber daraus entstehen keine Handlungen: Benachteiligung und Gewalt haben nichts mit Vorurteilen zu tun.“
  • „Vorurteile beschränken die Freiheit des Einzelnen, der in eine feste Schublade gesteckt wird.“
  • „Positive Vorurteile (z. B.: ‚Frauen können gut kochen‘) sind überhaupt kein Problem.“
  • „Nur wenige Menschen in Deutschland haben Vorurteile.“
  • „Ein Mensch hat meistens nur Vorurteile gegenüber einer bestimmten Gruppe.“
  • „Wer Vorurteile ablehnt, hat selbst auch keine.“

 

Auswertung (10 Min)

Die Übung ist beendet, wenn alle TN wieder im Stuhlkreis sitzen. Die Teamenden sammeln die Aussagekarten zu einem Stapel zusammen. Im gemeinsamen Gespräch mit den TN werden nun die Aussagen und Bewertungen noch einmal nacheinander betrachtet und aufgelöst, ob und warum sie zutreffen oder nicht.

Im Fokus stehen dabei jene Aussagkarten, bei denen es besonders polarisierende Antworttendenzen oder viele unzutreffende Bewertungen gab. Hier bitten die Teamenden zunächst einzelne TN, die mit ihrer Antwort richtig lagen, ihre Wahl zu begründen. Deren Erklärungen können die Teamenden dann gegebenenfalls ergänzen. Aussagekarten mit fast ausschließlich korrekter Bewertung durch die TN müssen nicht mehr ausführlich erläutert werden. Hier reicht ein kurzer bestätigender Kommentar der Teamenden. Zur richtigen Einordnung aller Aussagen steht den Teamenden eine Argumentationshilfe zur Verfügung (siehe Material).

 

Schritt 4: Paare finden

Übung (10 Min)

Zur Überleitung in die Beschäftigung mit antisemitischen Ressentiments und den daraus folgenden Konsequenzen für Jüd*innen fassen die Teamenden nochmals in aller Kürze zentrale Ergebnisse aus den bisherigen Schritten zusammen: Sie weisen darauf hin, dass Vorurteile, stereotype Bilder und Klischees weitverbreitet und oft in unseren Köpfen tief verankert sind. Vorurteile richten sich häufig gegen Minderheiten und tragen zu deren Stigmatisierung bei. Für die Betroffenen kann dies schwerwiegende Folgen haben – zum Beispiel in Form von Diskriminierung.

Die Teamenden erklären, dass sich die folgende Übung mit einer Vorurteilsform beschäftigt, die wir Antisemitismus nennen. Darunter versteht man abwertende Einstellungen und feindselige Verhaltensformen gegenüber Jüd*innen. Die TN werden nun aufgefordert, sich stehend im Raum zu verteilen. Jede*r von ihnen erhält eine Karte, auf der entweder eine Aussage oder eine Erläuterung steht (siehe Material). Sie haben jetzt einige Minuten Zeit, sich im Raum bewegend mit den Karten der anderen TN auseinanderzusetzen. Aufgabe ist es, zu jeder Aussagekarte eine passende Erläuterungskarte zu finden.

 

Hinweis: Das Set umfasst insgesamt 18 Karten, die zusammen neun Paare bilden. Die Verteilung der Karten ist der Größe der Gruppe anzupassen. Dazu werden Kartenpaare entweder mehrfach ausgegeben oder ihre Anzahl wird entsprechend reduziert. Übrig gebliebene Kartenpaare können die Teamenden dann im Vorfeld als Beispiel nutzen oder später im Zuge der Auswertung ergänzend vorstellen. Bei ungerader TN-Zahl muss eine Karte an zwei Personen vergeben werden. In allen Varianten ist jedoch sicherzustellen, dass es zu jeder Karte auch ein passendes Gegenstück gibt. Grundsätzlich sollten die Teamenden zudem darauf achten, dass mögliche Verständnisfragen (z. B. die Bedeutung des Begriffs „Holocaust“) geklärt werden können.

 

Auswertung (15 Min)

Haben sich alle Pärchen gefunden, kommen die TN wieder im Stuhlkreis zusammen. Dabei sollten jeweils die beiden TN mit zueinander gehörender Aussage und Erläuterungskarte nebeneinandersitzen. Die Teamenden achten darauf, dass alle Kartenpaare korrekt zugeordnet wurden.

Die TN stellen nun nacheinander ihre Kartenpaare vor, indem sie zunächst die Aussage und dann die zugehörige Erläuterung vorlesen. Nach jeder Vorstellung eines Kartenpaares geben die Teamenden Gelegenheit für Nachfragen und Kommentare der TN und unterstützen bei der Einordnung und Kontextualisierung des Gehörten. Abschließend resümieren die Teamenden, dass die Beispiele aufzeigen, wie vielfältig und verbreitet antisemitische Vorurteile heute zutage treten. Dabei reicht das Spektrum von subtilen Unterstellungen bis hin zu offenen Anfeindungen und Bedrohungen. Die TN sollten dabei erkennen, dass alle antisemitischen Äußerungen konkrete Auswirkungen haben – auch solche Äußerungen, die manchen zunächst als relativ harmlos erscheinen mögen.

 

Zusammenführung (5 Min)

Zusammenfassend stellen die Teamenden noch einmal ausgewählte Elemente antisemitischen Denkens und Handelns dar, indem sie ein kurzes Fazit an (Lein-)Wand oder Smartboard projizieren (siehe Material):

„Antisemitismus …

  •  … grenzt Jüd*innen aus!
  •  … schreibt Jüd*innen bestimmte (schlechte) Eigenschaften zu!
  • … gibt es auch versteckt und unbewusst!
  • … findet sich oft in irren Verschwörungstheorien!
  • Aber: Antisemitismus hat nichts mit dem tatsächlichen Verhalten von Jüd*innen zu tun!"

 

Quelle

KIgA e.V. (Hg.): Widerspruchstoleranz 3. Ein Methodenhandbuch zu antisemitismuskritischer Bildungsarbeit. Berlin 2019. PDF

 

 

Bildnachweis: Mick Haupt / unsplash.com

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